{Rezension} Benn,Annabelle:
Ein Ire fürs Herz

18. August 2016


Annabelle Benn | Einzelband | Erscheinung: 29.7.16 | Selfpublishing | 312 Seiten | Kaufen? 

Inhalt 

Millie fühlt sich bei ihrem Freund Oliver gar nicht mehr wohl. Schweigend lässt sie seine Ausbrüche und seine Arroganz zu, in der Hoffnung, dass er doch wieder der Alte wird. Als sie dann für einen Monat nach Irland muss und nur die Wochenenden in der Heimat verbringen kann, merkt sie erst, dass sie solch ein Leben, wie das von Oliver, nicht haben will, stattdessen möchte sie ein ruhiges und lebenswerte Leben führen wie Colm es tut.

Meine Meinung

Heute mal ohne selbst geschossenes Foto, da ich es mir für günstige 1,79€ bei Amazon auf mein Handy hab runterladen lassen. Der Klappentext, den ihr unter dem Kaufen-Button in der Buchinfo findet, hat mich überzeugt und erwartet habe ich eine emotionale Liebesgeschichte mit viel Gefühlschaos und hin und her. Das Gefühlschaos habe ich auf jeden Fall erhalten!

Mir war nach einer Liebesromanze und schwups hatte ich die perfekte parat. Heute morgen eingestiegen und am Nachmittag schon beendet, denn mit den 312 Seiten kommt man schnell voran. Annabelle Benns Schreibweise lässt sich flüssig lesen und passt auch zum Inneren des Buches.
Mein erwünschtes Hin und Her bekam ich leider nicht, denn auf einmal ging gegen Ende des Buches alles ziemlich schnell und die Protagonistin, Millie, stellt ihr Leben komplett auf den Kopf, naja eher ihr Freund tut es für sie. Ihre Freundin Diana, die sie zufällig wieder trifft, scheint auf einmal die beste Freundin überhaupt, obwohl sie nur Mitbewohner während der College-Zeit waren. Der Punkt hat mir irgendwie so gar nicht gepasst. Es wird nicht erwähnt wie eng sie sich standen und einer alten Freundin meinen Schlüssel für die Wohnung meines Freundes zu geben. um einige meiner Sachen heraus zu holen, erscheint mir doch weit her gegriffen zu sein. Aber irgendwie hat es auch zu der naiven kleinen Millie gepasst, die einfach nicht weiß was sie will. Erst durch Colm, ihren Vorgesetzten in Dublin, lernt sie ihre eigenen Bedürfnisse zu beachten und dass Aussehen nicht alles ist.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und haben einprägende Eigenschaften erhalten, wie z.B. das Gefühl nicht gut genug zu sein oder vor Lebensfreude zu strahlen.
Millie war keine Protagonistin die man liebt und vergöttert, aber da es in einer Er/Sie Form geschrieben wurde, hat man als Leser eher selten eine echt enge Verbindung zu den Protagonisten, wie ich finde.Obwohl keine Vertrautheit zwischen Protagonistin und Leser herrscht, merkt man umso mehr ihre Zerrissenheit zwischen einem sorglosen Leben und einem Leben, das mehr zu ihr passt und auch schöne Seiten hat. Colm hingegen kam mir wie der Retter in der Not vor. Kurz vor knapp, bevor Millie auch zu einer reichen Göre werden konnte, hat er sie herausgezogen und ihr gezeigt, dass ein "normales" Leben schön sein kann und Geld nicht alles ist. Millies Mum hat nochmal alles auf die Spitze getrieben. Ich konnte verstehen wieso Millies Schwester den Kontakt abbrach, denn sie ist so Material fixiert, dass man nur den Kopf schütteln kann. Hauptsache die Tochter hat Geld und ist Sorgenfrei, aber was bringt einem das, wenn man nicht sich selbst ist? Aber das Millie das so hinnimmt, passt zu ihr. Sie scheint so unerfahren und naiv zu sein, dass sie jedem jede Ausrede abkauft, was nicht heißen soll, dass die Figur dämlich ist. Im Grunde genommen konnte ich Millie sowie Colm viel abgewinnen und verstehe auch beide Seiten.

Alles in Einem ist dieses Buch, ein Roman mit einer großen Bedeutung: Material ist nicht alles im Leben und es zählen sowieso immer nur die Momente, die man nicht bezahlen kann. Mit einer wunderschönen Schreibweise kommt man in weniger als 5 Stunden durch das Buch und erlebt ein kleine Geschichte über die schnellen Veränderungen im Leben.

1 Kommentar:

  1. Mir ist zur Zeit auch mal wieder nach Romantik in Büchern. :) Schöne Rezension.

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