Fanfiktion.de - Wie ich meine Liebe zu dieser Seite entdeckte und wieso die Autoren mehr Aufmerksamkeit verdient haben + Leseempfehlung

20. August 2016


Ich hab lange darüber nachgedacht, ob ich etwas über dieses Thema schreiben mag oder es doch lieber sein lasse. Da ich aber selber viele Vorurteile über Fanfiktions hatte, hab ich mich entschlossen euch auch eine tolle Seite an Fanfiktions zuzeigen.

Grundsätzlich sind Fanfiktions, oder auch FF, Geschichten, die von einem Fan verfasst wurden. Diese enthält dann Protagonisten, die aus dem realen Leben oder eines fiktiven Spieles, einer Serie etc. entnommen wurden. Dabei ist es nicht ganz geblieben, denn die heutigen Fanfiktion Seiten bieten auch einen Prosa Bereich an, bei den sich Hobbyautoren sich eine erste Meinung über ihre neuverfassten Geschichten holen dürfen.
Praktisch wird es dann, wenn eine App zu der jeweiligen Website, in meinem Fall war es Fanfiktion.de, gibt. Wenn ich von der Schule heim fahre, habe ich viel Zeit zwischen dem Umsteigen. Schon ein Buch in meine Schultasche einzuquetschen ist schwierig, wenn der Tag vollgepackt ist, aber vor allem im Regen, mag man gar nicht das Buch erst rausholen. Zu groß ist die Angst, dass es ruiniert wird. So hole ich nachmittags mein Handy heraus und stöber auf Fanfiktion.de. Dass die App noch nicht mal eine gute Verbindung benötigt, kommt mir da zu Gute. Nach einigen Wochen stellte ich dann fest, dass es nicht nur komische Geschichten dort gibt, sondern auch Geschichten, die von Hobbyautoren stammen, die wirklich Talent hatten. Ich eine Reihe hatte es mir besonders angetan, die sicher auch als Buch veröffentlicht werden könnte und zwar die Wichita Falls Reihe von der Userin Koyangi. Mittlerweile beinhaltet die Reihe vier Geschichten, wovon zwei schon abgeschlossen sind. Immer freue ich mich auf das nächste Kapitel einer ihrer Geschichten und umso größer ist die Freude, wenn nach der Schule wirklich eins hochgeladen wurde. Der Vorteil ist, dass durch das Hochladen man wirklich länger an der jeweiligen Geschichte sitzt. Dadurch freut mich sich umso mehr, wenn man weiter lesen kann. Ab und zu lese ich auch die letzten Kapitel nochmal und entdeckte Gefühle, Gedanken und weitere Details, die beim ersten Lesen mir nicht im Gedächtnis geblieben sind, mir aber doch wichtig erscheinen und die mich die Handlung der Geschichte nochmal überdenken lassen. Bei Büchern ist es ja ganz anders: Es wird nach dem Lesen weggelegt und erhält einen Platz im Regal. Wenn es wirklich gut war, liest man es erneut, ansonsten eher nicht.

Der Grund für meinen Post ist, dass ich euch zeigen will, dass nicht nur Amateure irgendwelche einfallslosen Geschichten zum Besten geben, sondern auch viele User dabei sind, die wirklich eine Meinung sich einholen wollen. Dazu habe ich Koyangi gebeten ein kleines Statement zu verfassen und euch ihre Erfahrungen auf dem Portal näher zu bringen:

Hallo, mein Name ist Tanita und ich veröffentliche auf Fanfiktion.de unter dem Pseudonym ‚Koyangi‘ Geschichten im Prosa-Bereich. Ich schreibe schon, seit ich zwölf bin, und habe durch meine Affinität zu japanischen Manga mit fünfzehn angefangen, Fanfiction in diesem Bereich zu schreiben und hochzuladen. Am Anfang war es für mich einfacher, eine schon bestehende Welt und ihre Charaktere zu nehmen, die jeder kennt, und meine eigene Geschichte dazu zu schreiben, aber mit der Zeit habe ich angefangen, eigene Charaktere zu entwickeln und zu schreiben und bin so bei den Liebesromanzen im Prosa-Bereich dieser Plattform gelandet. Ich habe gemerkt, dass ich das besser kann, als die Namen vorgefertigter Charaktere zu nehmen und ihnen meine Persönlichkeiten aufzuzwingen, nur, damit es in die Geschichte passt – auch wenn das Publikum dafür größer ist.
Ich persönlich finde es wahnsinnig spannend, eine Geschichte von Grund auf zu gestalten, angefangen bei den Orten, an denen meine Geschichten spielen, über die Themen, die ich aufgreifen will und schließlich die Charaktere, auf die sich die gesamte Geschichte stützt. Ich tüftele lange an dem Grundgerüst und den Persönlichkeiten der einzelnen Charaktere, bevor ich überhaupt anfange, etwas Neues zu schreiben. Dabei lasse ich mich von allem inspirieren: Musik, Filmen, Büchern, der Welt draußen, Bildern. Das Schreiben war für mich immer wie ein Ventil, um meine Gefühle und Gedanken zu verarbeiten.
Gerade weil ich sowohl im Fanfiction-Bereich als auch im Prosa-Bereich schon Geschichten veröffentlicht habe, kann ich sagen, wie unterschiedlich das Feedback ist. Ich weiß, wie schwierig es als Leser gerade auf diesem Portal ist, sich auf fremde Geschichten einzulassen, weil man nie genau weiß, worauf man sich mit dem Lesen der Kurzbeschreibung einlässt und was man erwarten kann; aber ich finde es schade, dass das Feedback oft verhältnismäßig gering ausfällt im Verhältnis zu Nicht-Prosa. Dabei bin ich als Autor auf genau dieses Feedback angewiesen, um herauszufinden, was ich gut mache, was nicht, und wie ich mich verbessern kann. Viele lesen eine Geschichte nur, wenn sie genug Empfehlungen und Kommentare hat, aber um die zu bekommen, muss erst mal jemand die Geschichte lesen. Es ist gar nicht so einfach, das zu schaffen!
Ich bin kein professioneller Autor in dem Sinne, dass meine Bücher von einem Verlag oder von mir selbst publiziert werden, aber ich liebe es, das, was ich schreibe – was mich bewegt und beschäftigt – zu teilen und genauso gerne diskutiere ich mit denjenigen, die sich nicht von meinem Prosa abschrecken lassen, darüber. Der Dialog und die Kritik helfen mir dabei, das Beste aus mir herauszuholen und Szenen zu hinterfragen, die mir im ersten Moment logisch erscheinen, es aber vielleicht gar nicht sind. Dadurch, dass ich Kapitel für Kapitel hochlade, beziehe ich den Leser in meinen kreativen Schreibprozess mit ein, weil er mir Anstöße geben kann, die mich beeinflussen können – was gut ist.
Dabei ist es egal, ob es positive oder negative Kritik ist. Zu meinen Hoch-Zeiten als Fanfiction-Autor habe ich teilweise pro Kapitel sehr, sehr viele Kommentare bekommen (und das im zarten Alter von siebzehn), dementsprechend optimistisch bin ich an das Prosa-Genre herangetreten, um festzustellen, dass niemand auf mich und meine Geschichten gewartet hat und der Markt vollkommen übersättigt ist. Aber selbst wenn nie eins meiner Bücher verlegt wird, heißt das nicht, dass ich jemals aufhören werde zu schreiben und es hier zu posten, weil ich weiß, dass es ein paar wenige gibt, die das, was ich schreibe, wertschätzen und mich mit ihrem Feedback zum Lächeln bringen.  

Wie ihr seht, ist Tanita froh, wenn sie sogenannte Revies erhält und jemand ihre Geschichten lobt oder halt kritisiert. Wie jeder Autor lernt sie aus ihren 'Fehlern'. Ich selber bin von ihren Geschichten begeistert und man merkt beim Lesen wie viel Herzblut in den Geschichten steckt. Natürlich ist es nichts zu einem 500 Seiten Buch, aber sie kann wirklich mit Young Adult Autoren mithalten.

Zusammfassend: Man sollte nicht mit den gesammelten Vorurteilen an eine Sache rangehen. Ich selber war erst skeptisch, aber das hätte ich gar nicht sein brauchen. Nur weil die Bücher, die ich nicht mag, mal eine Fanfiktion waren, heißt es nicht, dass der Prosa Bereich genauso abläuft.
Schaut doch mal bei Tanitas Geschichten vorbei und lasst euch von den Charakteren aus Wichita Falls beeindrucken! 

Kommentare:

  1. Hallo!
    Endlich mal jemand der meiner Meinung ist!
    Ich selbst bin auch auf FF unterwegs und höre oft das Fanfiktions doch der reinste Mist ist und das die Menschen die so etwas schreiben doch eh nur kleine Kinder um die 12 sind! Und das regt mich furchtbar auf denn es gibt auf Fanfiktion (und auch auf Wattpad!) wirklich wirklich gute Autoren die wahnsinnige Ideen haben und einen super Schreibstil besitzen! Ich liebe Fanfiktion.de! Bin zwar selbst eher im Prosa Bereich unterwegs aber die Geschichten die dort zu finden sind, sind der Wahnsinn! Die meisten Menschen haben einfach diese blöden Vorurteile, woher diese auch immer kommen und das ist echt schade. Gut wenn man Fanfiktion.de hört denkt man wahrscheinlich nicht, dass es auf dieser Seite auch einen Bereich nur für Prosa gibt, dennoch finde ich man sollte nicht vorschnell urteilen!
    Liebst
    Fire
    P.s Wenn du mal auf FF unterwegs bist kann ich dir die Autorin Wildblume3 ans Herz legen, ich habe mich total in ihre Geschichten verliebt! ;D

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    1. Huhu Fire,
      danke für deinen Kommentar. Ich seh es genauso und deswegen war mir der Post so wichtig. Freut mich, dass es noch einer so sieht.
      Wildblume3s Geschichten kenne ich sogar und lese sie ab und zu selber.
      Liebste Grüße
      Sara♥

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